„Unsere Gruppe beteiligt sich seit vielen Jahren am Hobby-Künstlermarkt vor Weihnachten im Seligenstädter Rathaus. Unser Wunsch war es, losgelöst von dieser Veranstaltung, die Gelegenheit für eine eigene exklusive Präsentation zu einer anderen Jahreszeit zu haben“, ist von Gruppenmitglied Rosi Albert zu erfahren. Als sie mit der Idee im Rathaus vorstellig wurde, sei sie von der positiven Einstellung für das Vorhaben überrascht gewesen. „Die Gruppe kann mit ihrer Veranstaltung eine feste Größe in unserem Kulturkalender werden“, versicherte Erste Stadträtin Claudia Bicherl bei der Eröffnung der Bilderschau.

Einige der Hobbykünstlerinnen kennen sich seit den Anfängen ihres Schaffens aus der Malschule „Babylon“ in Steinheim. Ehemalige Babylonier sind zum Beispiel Ingrid Fuß, Ruth Grün, Ulrike Kretschmer, Krista Kuhn und Walburga Rubin. Edeltraud Lotz , Erika Winter, Horst Beike, Egon Breul und Horstwerner Back hätten als reine Autodidakten mit der Malerei begonnen, so Albert. Sie selbst gehörte als Kalligrafiekünstlerin der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach an. Mehrere ihrer so genanntenSchriftbilder waren im Eingangsbereich des Riesen zu sehen. Auch bei den Motiven von Horstwerner Back zeigt sich seine außergewöhnliche künstlerische Fertigkeit. Fein ausgearbeitet e Bilder bestechen mit fotorealistischer Klarheit und lassen erst im zweiten Blick erkennen, dass es sich um Collagen in filigraner Kreidetechnik handelt. Ihr mehr als zehnjähriger Aufenthalt im spanischen Alicante bringt Walburga Robin mit meist kräftigen satten Rottönen zum Ausdruck. „Eines meiner Bilder im Format 100 auf 140 Zentimeter ist in der Steinheimer Zehntscheune zu bewundern“, sagte sie stolz. Einige ihrer Malereien haben zudem Gefallen bei Kunstfreunden aus dem Rhein-Main Gebiet gefunden. Allerdings gilt für sie wie auch für die anderen in der Gruppe: Reichtümer sind mit den Arbeiten nicht einzufahren. So bleibt die Freude, wenn andere an den Werken Gefallen finden. „Die Publikumsresonanz an den beiden Ausstellungstagen war eigentlich recht gut. Sicherlich wären mehr Besucher gekommen, wenn das Wetter nicht mit frühlingshaften Temperaturen die Menschen in die Natur gelockt hätte“, so das Resümee von Rosi Albert.