Maria DimitriouDas Fundament meiner Malerei liegt begründet im Reflex jener Zeit, in der die inflationäre Tendenz der Gegenstandslosigkeit das Bild als solches infrage zu stellen begann. 

Der Tod der Malerei wurde ausgerufen und das gemalte Bild als Flachware abgetan. Das öffentliche Interesse fixierte sich auf die neuen Medien, der Performancedarstellungen und Computerinstallationen. 

Wir waren gar an einem Punkt angelangt, an dem selbst die dominierende abstrakte Malerei keine befriedigenden Antworten auf das sinnlich-ästhetische Verlangen mehr zu geben vermochte.  Und selbst die Wahl des Mittels „Acryl“ konnte nicht zur Rettung über die antiquierte Ölmalerei hinweg verhelfen. Der Markt war übersättigt. Zu groß war die Dominanz der Stilrichtungen und der Disziplinen, die nichts neben sich gelten ließen.

Zu diesem Zeitpunkt, Mitte der 90er Jahre, wandelte ich durch die Kunstmessen auf der Suche nach einem Bild, das zu mir spricht.  Die größte Frage, die sich mir dabei aufdrängte war die: Wo ist der Mensch geblieben? Und wie und wieso ist er abhanden gekommen?
 
Ich begann in Öl zu malen, weil ich auf der Suche nach einer Tradition war, deren Komplexität ich viel spannender und reizvoller fand als das, was sich mir damals bot. Ich begann Menschen zu malen, weil sie eine echte Herausforderung in der Malerei bedeuteten und bedeuten. Schnell daher gemachten Gemälden konnte ich nicht viel abgewinnen.

Wissend, dass die Malerei tot ist, konnte mich dies dennoch nicht von meinem Weg abbringen dieser Leidenschaft zu frönen. Und wie konnte es die Öffentlichkeit nur wagen zu glauben, die Malerei sei tot?! Heute, so scheint es, haben wir nicht nur den Tod der Malerei, sondern auch die Dominanz der Stilrichtungen überwunden.